Geschwister Singer - Theaterabend nach Texten von Isaac B. Singer - 2. Aufführung

Junges Theater Köln zu 1700 Jahre jüdischem Leben in Deutschland

In diesem dreiteiligen Theaterabend werden Texte von Isaac B. Singer denen seiner Schwester Esther Singer Kreitman gegenübergestellt. Ein vielfältiges Bezugssystem aus Texten, Spiel, Musik und Tanz entsteht, das das Gestern der Erzählungen mit Fragen an unser Zusammenleben heute verbindet.

Jascha Masur ist Seiltänzer, Jongleur und Zauberer. Seine Talente haben ihn in ganz Polen bekannt gemacht. Als Gleichgewichtskünstler verhält er sich auch in seinem Privatleben: Neben seiner Frau hat er noch Beziehungen zu seiner Assistentin, zur Frau eines im Gefängnis sitzenden Diebes und zu einer Warschauer Professorenwitwe. Doch mit einem Mal beginnt das Geflecht seiner Lebensrealitäten sich zu verwirren. Jascha wird beinahe zum Dieb, seine neue Show bleibt ungeprobt, er selbst verletzt sich am Fuß.

Ein Schlüssel für das Verständnis dieser Krise liegt in Jaschas Suche nach G-tt. Jascha ist von tiefen Fragen nach der Welt und ihrem Schöpfer erfüllt. Von den Fragen des Glaubens. Aber in seiner Religion will er sich genauso wenig festlegen, wie in seinen Liebesbeziehungen.
Zugleich lässt er zu, dass sich jeder Mensch, dem er begegnet, ein Bild von ihm macht, das ihn in seiner Freiheit beeinträchtigt. Er lässt sich durch ein System von Zuschreibungen und Erwartungen treiben, denen er nicht zu widersprechen wagt. Erst in der Krise vollzieht er einen radikalen Schnitt, kehrt in seine Heimat Lublin zurück, mauert sich ein, wird nach schweren inneren Kämpfen zum Weisen, zum Zaddik. Die Theaterproduktion nimmt Singers Roman zum Anlass über jüdisches Leben im gegenwärtigen Deutschland nachzudenken. Zuschreibungen, die auf Frauen und Männern, die auf Jüdinnen und Juden lasten, sollen infrage gestellt und dekonstruiert werden, der Blick wird auf ein Leben jenseits von Vorurteilen gerichtet.

Wie auch ihr Bruder Isaac Bashevis Singer, Autor der Geschichte von Jascha, dem Zauberer von Lublin, war Esther Singer Kreitman Schriftstellerin. Obwohl ihr Vater ihr die Bildung verweigerte, lernte sie mehrere Sprachen, begann in ihrer Kindheit zu schreiben und las oft heimlich zahlreiche Bücher. Ihre schriftstellerische Arbeit legt ein besonderes Augenmerk darauf, aus weiblicher Sicht auf Jiddisch zu schreiben und die damalige Rolle der Frau in der chassidischen Gesellschaft darzustellen. Im Gegensatz zu ihrem Bruder wurde Esthers Werk lange nicht anerkannt und ist bis heute wenig verbreitet. Im Zentrum steht der Roman „Deborah – Tanz der Dämonen“ – (auf Jiddisch: Der Sheydim Tants), welcher zum großen Teil autobiografisch ist, und auf Esthers Erfahrungen in ihrer Familie beruht. Im Theaterstück wird die fiktive Welt von Deborah mit der Biografie ihrer Erschafferin verwoben und aktuellen persönlichen Geschichten und Thematiken gegenübergestellt: Welche Rolle wurde und wird der Frau von damals und heute in der Gesellschaft zugeschrieben? Welche strukturellen Schwierigkeiten bestehen weiterhin? Welche Rolle spielt die Familie und wie hat sich das Bild und die Form der Familie gewandelt?

Den Abschluss des Abends bildet eine Komposition, die Fragmente aus den Erzählungen um Deborah und Jascha vereint und Menschen auf ihrer immerwährenden Suche nach Antworten und nach dem Kontakt mit G-tt und Jenseits zeigt.

Das Svetlana Fourer Ensemble kooperiert mit der Volkshochschule Köln.

Über die Volkshochschule Köln können Sie Tickets namentlich reservieren. Bezahlen können Sie ausschließlich vor Ort an der Abendkasse.
1 Abend, 23.10.2021
Samstag, 19:00 - 20:30 Uhr
1 Termin(e)
2 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten (1,5 Stunden)
N. N.
A-111046
FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt, Cäcilienstr. 29-33, 50667 Köln, Altstadt-Süd
16 € Erw. / 12 € Jugendliche, Studierende / 8 € Kölnpass-Inhaber*innen (Abendkasse)
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