Straßen umbenennen? Denkmäler stürzen? Was tun mit den kolonialen Erinnerungsorten in Köln?

Straßennamen und Denkmäler dienen der Orientierung, nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Geschichte: Historisch bedeutsame Ereignisse, Orte und besonders Personen werden mit Straßennamen oder Denkmälern in der kollektiven Erinnerung verewigt und gewürdigt. 

Im Kölner Stadtbild finden sich immer noch positive Bezugnahmen auf den deutschen Kolonialismus in Form von Straßennamen, die koloniale Täter ehren. Vielen Kölner*innen ist das sogenannte „Afrika-Viertel“ in Köln Nippes bekannt. Dort tragen die Straßen Namen ehemaliger deutscher Kolonien in Afrika oder ehren einen kolonialen Akteur wie Gustav Nachtigal. Die Namensgebungen im „Afrika-Viertel“ gehen auf das in Köln starke kolonialrevisionistische Engagement in der NS-Zeit zurück.

Auch das Ensemble rund um den Takuplatz in Neu-Ehrenfeld, Wißmann- und Gravenreuthstraße in Ehrenfeld sowie zahlreiche weitere Straßennamen erinnern an die koloniale Vergangenheit Deutschlands.
 
Das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II. ist einer der markantesten Erinnerungsorte in Köln, die an die deutsche Kolonialzeit erinnern. Kaiser Wilhelm II. war nicht nur mitverantwortlich für das Vorantreiben der deutschen Kolonialbestrebungen und den dort verübten Verbrechen – u.a. dem Völkermord an den Herero und Nama – ihm ist auch eine Mitschuld an weiteren Verbrechen zu Beginn und im Verlauf des Ersten Weltkriegs – Stichwort: Völkermord an den Armeniern – anzulasten.

Die Ereignisse von 2020 – mit Denkmalstürzen und #BlackLivesMatter-Demonstrationen – sind nicht ohne Auswirkungen bei uns geblieben. Auch in Köln gab es Demonstrationen, das Denkmal Kaiser Wilhelms wurde mit roter Farbe beschmiert und durch Texte in den Kontext des deutschen Kolonialismus gestellt.

Mitte 2022 kam es in Köln erneut zu einer öffentlichen Debatte, um den Umgang insbesondere mit dem Reiterstandbild, die unter anderem durch Mitglieder des Expert*innengremiums „Postkoloniales Erbe der Stadt Köln“, das die Stadt Köln bei der Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit berät, angestoßen wurde. 

Wir diskutieren an dem Abend, wie mit dem kolonialen Erbe im öffentlichen Raum zukünftig umgegangen werden soll: Kann man es ignorieren, da vielen Kölner*innen der historische Kontext ohnehin unbekannt ist? Sind kritische Kommentierungen in Form von Erklärungstafeln wünschenswert? Sollten in einzelnen Fällen Umbenennungen bei Straßennamen erfolgen? Sollten Denkmäler gestürzt werden und aus dem Stadtbild verschwinden?

Die Volkshochschule Köln kooperiert mit dem Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln.

1 Abend, 23.02.2023
Donnerstag, 18:30 - 20:30 Uhr
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2,67 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten (2 Stunden)
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