Juli 2022

Sieh hin, sieh Dich, sieh mich: 10. talentCAMPus in Köln

© Renate Kaiser

In der Trude-Herr-Gesamtschule in Köln-Mülheim konnten 150 Jugendliche aus 40 Nationen in den ersten beiden Ferienwochen beim talentCAMPus ihre kreativen Potenziale ausloten. Die Palette der angebotenen Workshops reichte von Themen wie: Selbstliebe und Selbstbehauptung; Grenzen setzen und Grenzen überwinden; Hip-Hop- und Rap-Kursen; Urban Dance; Skateboard und Einradfahren; über Kochkurse bis hin zum Totempfahl-Schnitzen. 
Unter dem Motto „Sieh hin, sieh Dich, sieh mich“ konnten die Jugendlichen die eigene Identität stärken und verborgene Interessen entdecken, persönliche Grenzen erkennen und Grenzen zu anderen wahrnehmen. Bei der Abschlussveranstaltung am Freitag zeigten die sichtlich aufgeregten Jugendlichen ihren Eltern und Freunden, wofür sie zwei Wochen hoch motiviert geübt hatten. Eigene Hip-Hop- und Raptexte wurden performt, Kunststücke auf dem Skateboard und Einrad vorgeführt, stylische selbst hergestellte Taschen präsentiert und Geschichten auf selbst geschnitzten Totempfählen erzählt. 
„Beim talentCAMPus begegnen sich in jedem Jahr viele Kulturen. Es ist schön zu sehen, dass die Jugendlichen nach anfänglichen Unsicherheiten und Startschwierigkeiten in den Workshops Vertrauen zueinander aufbauen und sich auch ohne viele Worte gut verstehen“, sagt Jakob Schüller, Leiter der Volkshochschule Köln. Eine junge Teilnehmerin, spontan befragt, was sie am talentCAMPus schätze, antwortet: „Ich bin schon zum zweiten Mal mit dabei, zusammen mit drei Freundinnen. Wir besuchen die Kreativwerkstatt, haben schon viele neue Leute kennengelernt, unterhalten uns viel und haben jede Menge Spaß.“
 
Der talentCAMPus feiert in diesem Jahr ein kleines Jubiläum. Für Jakob Schüller ein Grund zur Freude: „Schon zum zehnten Mal haben Jugendliche über zwei Wochen in den Sommerferien die Gelegenheit, fernab von starren Lehrplangerüsten und Notendruck ihre Talente zu entdecken, zu entfalten oder zu vertiefen. Es beeindruckt mich sehr, dass hier 150 Jugendliche aus 40 Nationen gemeinsam miteinander kreativ sind und zusammen ihre Talente entwickeln. Das ist ein wichtiger Baustein der Persönlichkeitsbildung.“

Das Projekt richtet sich vor allem an geflüchtete Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten aus der Ukraine, aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern sowie an Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Kooperationspartner der Volkshochschule Köln sind die „Lernende Region e. V.“ und das Kommunale Integrationszentrum. Die finanziellen Mittel, zum Beispiel für Materialien und Verpflegung, stammen aus dem „Kultur macht stark“-Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

 
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